Freitag, 5. August 2011

- tag 6 und 7, fünf kühe -

unser nächstes ziel war kamanjab, im damaraland im nördlichen teil namibias. damara ist übrigens eine sehr lustige sprache, die mit nichts, was wir bisher gehört haben vergleichbar ist. sie zeichnet sich durch einbauen von schnalz-und klicklauten aus, kann man in wortenschlechtwierdergeben. muss man mal gehört haben.













in kamanjab war das angepeilte ziel das onjowewe house in the rocks, ein haus, dass inmitten eines felses gebaut wurde. bereits die bilder in den internetforen über namibia, auf die wir zufällig stiessen, waren so außergewöhnlich, dass wir es einfach live sehen mußten. und deswegen gleich 2 entspannte nächte dort buchten.

ähm, welches datum war heute gleich nochmal?
eine person, nennen wir sie einfach mal mrs.r-b hat bei der buchungsbestätigung leider nicht nochmal die daten abgeglichen und wir mußten jetzt auf der fahrt feststellen, dass leider erst 1 tag später als besprochen die buchung bestätigt wurde. na toll.
vor ort in kamanjab setzten wir uns mit der farm in verbindung um zu erfahren, dass das haus ausgebucht war und wir leider erst am nächsten tag anreisen konnten. die buchungsagency kann was erleben, sag ich euch. denn bezahlt hatten wir natürlich im voraus.
kurzerhand blieb uns nichts anderes übrig als eine campinggelegenheit für diese nacht zu suchen. und wir landeten auf einem niegelnagel neuen top campingplatz für 8 euro p.p.

wir müssen uns hier an dieser stelle mal insgesamt zu den campingbedingungen in namibia äußern. wir hatten mit allem gerechnet, aber nicht mit top sauberen, gepflegten plätzen, jedes unter einem schattigen baum gelegen, jeder platz mit eigenem wasseranschluss und elektrizität damit auch licht versehen und unendlich platz zum nächsten touri. da können die deutschen campingplätze aber lange nicht mithalten. noch dazu der preis, der sich meist zwischen 8-15 euro beläuft. da bekommt man was fürs geld. naja dafür sind die lodgepreise jenseits von gut und böse.

aber zurück zur heutigen campsite, alpec lag inmitten einer ehemaligen jagdfarm mitten im nichts, ruhig, v.a. da wir die einzigen besucher waren und mit erastus, ein herero-damara local, der uns mit feuer und wichtigen infos, z.b. zum farmeigenen krokodil versorgte und mit seiner kleinen familie am campingplatz lebte.





wir hatten also trotzdem einen netten abend unter den sternen der milchstrasse, dass waren nur wolken, gell ina…, die man hier in voller pracht sehen kann und vergaßen unser hausfiasko…









































bis, ja bis wir am nächsten tag davor standen und unsere münder nicht mehr schließen konnten. nicht nur, dass wir statt 2 zimmern das gesamte riesige haus für uns hatten, und es war wirklich ein wahnsinns-prachtbau, das haus an sich übertraf alle unsere erwartungen, so daß der architekt unter uns sogar ein wenig pipi in den augen hatte und selten genug das wort perfekt in den mund nahm, es aber hier nicht nur einmal tat.
das onjowewe house in the rocks ist eigens als filmkulisse für „la vista“, einen französischen film über ein himba mädchen, das einen weissen rettet erbaut und nach filmende auf der farm des geschäftsträchtigen farmers genau so verlassen worden, der es natürlich für touristische zwecke zu nutzen wußte.










 


















wc


dusche

























unweit des hauses befindet sich ein himbadorf, ein sozialprojekt, daß vor 14 jahren von einem mann gestartet wurde, der eine himba heiratete und dann vor allem waisenkinder der himba aus dem kaokoveld, dem natürlichen kargen lebensraum dieses nomadisch lebenden volkes aufnahm und sie hier in traditioneller lebensweise aufzog.





















von dem harten leben der himba konnten wir uns in dem dorf ein bild machen, auch wenn das ganze natürlich sehr touristisch aufgezogen war. alles im leben der himba dreht sich um ihr vieh, ihre lebensgrundlage, so dass z.b. zur heirat einer frau 5 kühe oder schafe an die familie zur mitgift übergehen müssen. da nicht jeder soviel besitzt gibt es viele unverheiratete himba frauen, die bereits vor der ehe im schnitt 5-6 kinder haben. da die männer auch mehrere frauen haben dürfen, gibt es ganz schön viele kinder in einem himbadorf, bei schlechter medizinischer versorgung und einer lebenserwartung von durchschnittlich 55 jahren, ist das wohl nötig.






































die himba frauen sind sehr auffällig, da sie ihren körper und haare mit einem ockerlehm bedecken und traditionell nur einen lendenschurz tragen. sie waschen sich mit erreichen der volljährigkeit, gleich erste periode, nie wieder. die tägliche erneuerung des ockers nimmt aber 2-3 stunden in anspruch. insgesamt ist das leben der himba mehr als hart und immer mehr wenden sich von der traditionellen lebensweise ab, wenn sie erst einmal des western way of life kennen gelernt haben. schade aber irgendwie nachvollziehbar.
das beste an dem besuch waren die kinder, die uns gleich in beschlag nahmen und in ihre spiele einbezogen, nur sobald man die sweetie tüte zog, verwandelte sich die meute in ein rudel raubtiere und man war verloren. ;)

wieder zurück in unserer traumhaften unterkunft haben wir den sundowner aus swakopmund nachgeholt...




 



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